Berliner Kältehilfe ist zu Ende - Helfer/-innen der Projekte wurden zu einem "hearing" eingeladen!

Berlin, 01.04.10

Die Berliner Stadtmission und die GEBEWO - Soziale Dienste - haben am Abend des 1. April zu einem Treffen der Berliner Kältehilfeprojekte eingeladen.

65 Teilnehmer/-innen, ehrenamtliche Helfer/-innen aus Berliner Notübernachtungen, Nachtcafes, Tagesstätten und anderen Diensten, Vertreter des Landes Berlin, verschiedener Bezirksämter sowie der Wohlfahrtsverbände Diakonie und DRK kamen am Donnerstagabend in die Hl. Kreuz Kirche in Kreuzberg zusammen, um sich gegenseitig kennenzulernen und sich über die Erfahrungen der letzten fünf Monate "Berliner Kältehilfe" auszutauschen.

Berliner Kältehilfe Abschluss 2010

Karen Holzinger von der Berliner Stadtmission und Robert Veltmann von der GEBEWO - Soziale Dienste - führten drei Stunden gemeinsam durchs Programm.
Die Berliner Kältehilfe hat laufend zwischen 330 - 350 Übernachtungsplätze pro Nacht für obdachlose Menschen vorgehalten (Quelle: www.kaeltehilfe-berlin.de).
Laut Daten des Berliner Kältehilfetelefons der GEBEWO - Soziale Dienste - wurden im Winter 2009/2010 über 52.000 Übernachtungen gezählt.
Die Notübernachtungen waren trotz Aufstockung der Plätze im Januar über den ganzen Winterzeitraum hinweg mit 110 % überausgelastet.

Die Helfer/-innen berichteten teils über enorme Arbeitsbelastungen durch die überaus starke Inanspruchnahme der Notübernachtungen während der extrem kalten Nächte, besonders von Mitte Dezember bis Mitte März. Kranke und behinderte Menschen, alkoholisierte und verelendete Personen benötigten besonders viel Aufmerksamkeit. Auch die Anzahl der obdachlosen Personen, die aus osteuropäischen Ländern zugereist sind, habe stark zugenommen. Es gab Verständigungsprobleme und für die meisten dieser Leute fehlten  Anschlusshilfen. Auch psychisch kranke Personen seien schwierig in Notübernachtungen mit Mehrbettzimmern zu beherbergen. Es gäbe Mißverständnisse und Konflikte.

Es wurde auch darauf hingewiesen, dass Einrichtungen für obdachlose Personen mit Haustieren in Berlin fehlten, zudem wurde deutlich, dass sich die vielen Akteure der Berliner Kältehilfe noch stärker miteinander vernetzen müssen. Ab dem 1. April haben die meisten der Projekte geschlossen, sodass obdachlose Personen sich anders behelfen müssen und auch wieder verstärkt die Berliner Sozialämter in Anspruch nehmen müssen, sofern sie hier Ansprüche geltend machen können.

Der nächste Winter kommt bestimmt.