Kältehilfe ade

Berlin, 31.03.2011

Am 01.04.2011 schließen die Notübernachtungen der gemeinnützigen GEBEWO - Soziale Dienste- in denBerliner Bezirken Kreuzberg-Friedrichshain und Mitte (Ortsteil Wedding).
In den vergangenen drei Monaten übernachteten in den beiden Notunterkünften täglich bis zu 75 Menschen. „Die Unterkünfte waren fast durchgehend zu 100 % belegt, insgesamt gab es mehr als 6.500 Übernachtungen in den beiden Einrichtungen“, bilanziert GEBEWO- Geschäftsführer Lothar Fiedler. Die beiden Notübernachtungen gehören zum Netz der „Berliner Kältehilfe“, in der sich verschiedene Wohlfahrtsverbänden und zahlreiche Kirchengemeinden zusammengeschlossen haben,
um zu verhindern, dass wohnungslose Menschen in der Kälteperiode erfrieren oder Schaden nehmen.

Vor allem wohnungslose Männer haben in den vergangenen Wochen in der Kreuzberger Wilhelmstraße und der Weddinger Nazarethkirchstraße ein nächtliches Zuhause, ein warmes Abendessen und ein Frühstuck vorgefunden.
„10 Prozent der Schutzsuchenden waren Frauen, die in separaten Räumen untergebracht waren.“

Eine Entwicklung, die sich schon in den vergangenen Jahren abzeichnete, hat sich auch in diesem Jahr fortgesetzt: „Rund 70 Prozent der Hilfesuchenden stammen aus Polen, Rumänien oder anderen osteuropäischen Staaten.
Das stellt auch die studentischen Nachtwachen, die als Ansprechpartner die ganze Nacht zur Verfügung stehen, vor große Probleme – unter anderem, weil es große Sprachbarrieren gibt“, so Fiedler weiter.
„Im nächsten Winter müssen aller Akteure der Kältehilfe darüber nachdenken, wie man diesen Menschen professionell helfen kann, zum Beispiel mit der Hilfe von Dolmetschern.“

Die Nachfrage nach Notübernachtungsplätzen sei in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen: „Es wird für viele Menschen immer schwieriger, eine bezahlbare Wohnung zu finden, weil der Druck auf den Berliner Wohnungsmarkt immens gewachsen ist.“ Günstige Ein- oder Zweizimmerwohnungen seien „inzwischen in allen Bezirken Mangelware“.