Berlin friert – Berliner Kältehilfe platzt aus allen Nähten

Berlin, 10.02.2012

Die Notübernachtungen der Berliner Kältehilfe sind völlig überlastet. „Die Auslastung unserer Notübernachtungen lag im Januar bei 124,3 Prozent“, sagt Robert Veltmann, Geschäftsführer der GEBEWO – Soziale Dienste - Berlin. „Die Mitarbeiter/-innen in den Notübernachtungen und Nachtcafes lassen hilfebedürftige Menschen bei dieser Kälte inzwischen auch in Fluren, vor Toiletten und in Küchen übernachten, um sie vor Krankheit, Erfrierung und Tod zu schützen.“

Diese extremen Witterungsbedingungen bis zu – 20 Grad treffen Menschen, die keine beheizbare Wohnung besonders haben besonders hart. „Ein Aufenthalt im Freien kann bei dieser Kälte tödlich sein oder nachhaltige gesundheitliche Schäden zur Folge haben“ so Veltmann weiter.

Im Januar 2012 waren am Angebot der Berliner Kältehilfe 31 Projekte (16 Notübernachtungen mit täglicher Öffnung und 15 Nachtcafés mit Öffnung nur an bestimmten Wochentagen) beteiligt.

Somit wurden Januar 2012 je nach Werktag zwischen 361 und 433 Übernachtungsplätze und somit über den Monat verteilt insgesamt 12.010 Übernachtungsmöglichkeiten bereitgestellt.

Dies entspricht im Mittelwert einem Übernachtungsangebot im Umfang von 387 Plätzen pro Tag.

Diesem Angebot stand nach den Rückmeldungen der beteiligten Projekte eine Nutzung im Umfang von insgesamt 14.927 Übernachtungen gegenüber, dies entspricht einem Mittelwert von 482 Übernachtungen pro Tag und somit einer Auslastung von 124,3 Prozent für die bereitgestellte Platzkapazität insgesamt. „Auch die regulären Wohnheime für Wohnungslose sind bis unters Dach gefüllt und die Menschen werden aktuell sogar von Behörden auf die Kältehilfe verwiesen“ so Robert Veltmann.

Die Nachfrage nach Notübernachtungsplätzen ist in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen: „Es wird für viele Menschen immer schwieriger, eine bezahlbare Wohnung zu finden, weil der Druck auf den Berliner Wohnungsmarkt immens gewachsen ist.“ Bezahlbare Ein- oder Zweizimmerwohnungen seien „inzwischen in allen Bezirken Mangelware“.

Die gemeinnützige GEBEWO – Soziale Dienste – Berlin ist neben den verschiedenen Wohlfahrtsverbänden und zahlreichen Kirchengemeinden ein Akteur der „Berliner Kältehilfe“, die von der Senatsverwaltung, einigen Berliner Bezirken sowie von zahlreichen Ehrenamtlichen und Spendern unterstützt wird. Die GEBEWO arbeitet seit 1994 in den Bereichen Wohnungsnotfall- und Suchtkrankenhilfe und ist unter anderem Trägerin von Wohnheimen, Beratungsstellen und Notübernachtungen sowie der Koordinierungsstelle Kältehilfetelefon/-Datenbank.

Pressekontakt:
Geschäftsführer Robert Veltmann
GEBEWO –Soziale Dienste- Berlin gGmbH
Tel.: 030 / 70 78 44 90
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GEBEWO - Soziale Dienste – Berlin gGmbH
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12305 Berlin

Die aktuelle Zahlen finden Sie unter: www.kaeltehilfe-berlin.de