Studie vorgestellt: Intensive psychologische und sozialpädagogische Beratung hilft wohnungslosen Frauen mit psychischen Erkrankungen am effektivsten

Berlin, 29.02.2012

Ein hoher Anteil wohnungsloser Frauen leidet unter psychischen Erkrankungen und Gewalterfahrungen. Sie profitieren eindeutig von einem intensiveren psychologischen und sozialpädagogischen Beratungsangebot. Das zeigen die Ergebnisse einer bundesweit einmaligen Studie, die heute in Berlin veröffentlicht wurde. Untersucht wurde bei 151 Frauen die Wirksamkeit zusätzlicher sozialpädagogischer Beratung im Projekt „FrauenbeWegt“ und die Arbeit einer Psychologin im Wohnheim „FrauenbeDacht“, beides Angebote für wohnungslose Frauen in Berlin.

„Die psychologische Beratung wirkt nachweislich positiv auf das psychische Befinden beziehungsweise die psychiatrische Symptomatik der Frauen. Die Anzahl erfolgreicher Vermittlungen in weiterführende medizinisch-psychiatrische Hilfen erhöht sich dadurch erheblich“, sagt Britta Köppen, Psychologin im Wohnheim „FrauenBedacht“. Die wohnungslosen Frauen in dieser Einrichtung leiden oft unter Psychosen, Persönlichkeitsstörungen, Depressionen oder Posttraumatischen Belastungsstörungen. 96 Prozent der Studienteilnehmerinnen berichteten von massiven Gewalterfahrungen. „Psychologische Beratung vor Ort ist erfolgreich, wenn man auf die Stärken der oft traumatisierten und sozial isolierten Frauen vertraut und der Fokus auf Ressourcenorientierung anstelle von Reparaturmentalität liegt“, unterstreicht Britta Köppen.

Auch für das Projekt „FrauenbeWegt“, das an die ganzjährig geöffnete „Notübernachtung für Frauen“ angegliedert ist, lassen sich erfolgreiche Ergebnisse nachweisen. „Eine intensive Unterstützung hilft den Frauen, die sonst keinen Zugang zum Berliner Hilfesystem finden, wieder Vertrauen zu fassen, Ängste abzubauen und weiterführende Hilfeangebote anzunehmen“, sagt Sozialpädagogin Martina Krägeloh vom Projekt „FrauenbeWegt“.

Die Studie wurde in Kooperation mit Prof. Dr. Petra Schepler von der Berliner Hochschule für Gesundheit und Sport erstellt. „Wohnungslosen Frauen kann am besten geholfen werden, wenn Sozialarbeit ausreichend ausgestattet ist und mit psychologischer Beratung interdisziplinär ergänzt wird“, resümiert Britta Köppen.

Die „Notübernachtung für Frauen“ ist ganzjährig geöffnet und bietet täglich ab 19 Uhr bis zu zehn Frauen in Not einen sicheren Schlafplatz und Versorgung. Im Wohnheim „FrauenbeDacht“ werden 36 Frauen in Einzelzimmern untergebracht. Beide Einrichtungen gehören zum gemeinnützigen Träger GEBEWO –Soziale Dienste- Berlin gGmbH. Die durch die Studie evaluierten Beratungsangebote sind befristet über Stiftungsmittel finanziert und werden bisher nicht durch Zuwendungen oder eine Berliner Regelversorgung abgedeckt.

Weitere Informationen zur Studie:

Dipl. Psychologin Britta Köppen
Bornemannstr. 12
13357 Berlin
Telefon: 030 / 27 49 62 97
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Die Studie als Download